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Einführende Infomationen über Amnesie  

  1. Was ist Amnesie - eine kleine Definition und Erklärung von
    Prof. H.J. Markowitsch
  2. Amnesieformen und mit ihnen verknüpfte Krankheitsbilder
  3. Was kann man dagegen tun?
  4. häufig gestellte Fragen: einige interessante Fragen und Antworten zum Thema Amnesie...

III. Was kann man dagegen tun?

Jeder kann mit gezieltem Training seine Merkfähigkeit steigern, und Gedächtnistraining lohnt sich immer und in jedem Alter. Wer regelmäßig seinen Kopf trainiert, der steigert mehr als nur seine Merkfähigkeit. Durch eine Verbesserung der Merkfähigkeit werden die Verbindungen zwischen den Nervenzellen dichter. Das erleichtert und beschleunigt die Informationsverarbeitung.

Durch mehrmaliges Wiederholen von Übungen nach demselben Merksystem werden im Hirn Verknüpfungen hergestellt ("Muster gebildet" oder "Wege ausgetreten"), die Informationen leichter und schneller abrufen lassen. Die gebildeten Verknüpfungen sind quasi gegenständlich und verzögern den Prozess des Löschens.

Nicht alle Wahrnehmungen werden gespeichert, und Gedächtnislücken sind normal. Am besten können wir uns Bilder merken oder emotionale Inhalte. "Der Tag als dies & das geschah" bleibt besser haften als der 17.06.1997. Deshalb nützt es, Informationen mit einem Bild zu verknüpfen; wenn dies Verknüpfen zur Gewohnheit wird, verselbständigt sich das, und das Wegenetz im Hirn wird immer dichter. "Eselsbrücken" verankern die Information im Gedächtnis, und das trainiert beide Hirnhälften:

  • rechts Phantasie, Gefühl, Kreativität,
  • links Logik, Analyse, Abstraktion.

Tor zu unserem Gedächtnis sind die dicht beieinanderliegenden Hirnregionen "Hippocampus" und "rhinaler Cortex" im Schläfenlappen. Nur Informationen die hierdurch gelangen, werden in dichten Nervengeflechten abgespeichert.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten sein Gedächtnis zu trainieren, - jede ist hilfreich. Lernen kann/muss man lernen, und es fällt umso leichter, je mehr man schon kann. Inzwischen gibt es einen Bundesverband Gedächtnistraining e.V. (info@bv-gedaechtnistraining.de). Ich empfehle hier speziell die Übungs-Hefte dieses Verbandes.

Bei alledem; wichtig ist: Lernen sollte auch Spaß machen! (was man muss, das will man nicht!) (spielerisch lernen: ==> suchen, tüfteln, rätseln, musizieren, basteln, spielen: z.B. Memory, Mensch Ärger Dich nicht!, MauMau, Skat, Doppelkopf, Schach, Mühle, Dame, Monopoly, ein Instrument, auch Teamspiele wie Fußball, Basketball, die außerdem körperlich nützen)

Speziell für Amnesie-Betroffene gilt hier: Man lernt sich selber wieder einzuschätzen, baut Selbstbewusstsein auf, Selbstwertgefühl, Selbständigkeit. Durch das spielerisch sportliche Messen mit anderen baut der Amnesie-Geschädigte wieder Maßstäbe auf. Man muss sich konzentrieren, entdeckt neu Strategie und Taktik, lernt spielerischen Ehrgeiz zu entwickeln und nicht gleich aufzugeben. Zum psychischen Lernen gehört z.B. auch "verlieren lernen", die Erfahrung "zurück auf Null" ist nicht gleich "Das Spiel ist aus", sondern eher "neues Spiel, neues Glück".

Körperliche Bewegung und Harmonie (Tanz, Eurythmie, Gymnastik ) sind grundsätzlich gut und unterstützen das Gehirn - u.a. schon rein organisch durch gute Durchblutung Musik und Tanz fördern und fordern körperlich, geistig und mental:

  • Schon einfaches Zuhören ist "Balsam für die Seele", prägt sich ein und "bereitet Wege" im Gehirn. Aktives Zuhören verlangt Konzentration, und die Melodie gar wiederzugeben, zu summen oder nachsingen übt erst recht und ist gar nicht einfach. Musik zu machen verlangt Konzentration und praktisches Geschick und Übung. Es ist eine geistige und praktische Leistung, das Gehörte oder Noten mittels Instrument oder Gesang in neue Töne umzusetzen. Mit Geschick und Übung wird aus den Tönen dann Musik.
  • Ähnlich ist es beim Tanz, der vielleicht noch mehr Freiheiten lässt, und der verstärkt die körperliche Harmonie fördert. Man findet "den inneren Schwerpunkt" wieder, - findet wieder "ins Lot". Die Bewegungen werden harmonischer, der Gang aufrechter und weniger "hölzern" oder wankend.

Aufschreiben hilft gleich auf mehreren Ebenen:

  • Was ich aufschreibe, das muß ich gedanklich "durchkauen": sammeln und in Worte fassen, durchs Hirn in die Hand und dann zu Papier bringen. Das verdeutlicht die Gedanken und bleibt besser im Gedächtnis.
  • Schrift ist beständiger als flüchtige Gedanken! Das Geschriebene habe ich optisch vor Augen, - geistig und gegenständlich "auf dem Zettel".
  • Man kann das Problem zeitweise "zur Seite legen", "mit Abstand betrachten" und "sortieren". Das schafft Raum, beruhigt und nimmt die Angst vor dem Vergessen.
  • Beim lesen wird mir das Ganze klarer, ich kann es auf dem Papier mit Anmerkungen versehen und verändern, korrigieren, die richtige Beschreibung finden. Dabei "bearbeite" und "verarbeite" ich gleichzeitig die Problematik.

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Amnesie - dritter Teil


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16.07.07






 

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