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Unsere Selbsthilfegruppe für Amnesie-Betroffene und deren Angehörige
besteht zur Zeit aus ca. 15 Personen. Wir sind in unterschiedlicher Form
und Ausprägung von Amnesie betroffen. Jeder Fall ist anders, doch es
gibt immer auch Gemeinsamkeiten. Wir halten Kontakt zueinander und treffen
uns je nach Verabredung.
Aus eigener Erfahrung wissen wir, wie notwendig der Kontakt zu anderen
Betroffenen ist, die auch eine ?Innenansicht? der Problematik haben. Es
ist sehr hilfreich und wichtig sich auszutauschen über die
unterschiedlichsten Situationen, die im Alltag gemeistert werden müssen,
und es gilt Strategien zu entwickeln für einen geregelten Tagesablauf, der
durch die gestörte Gehirnfunktion beeinträchtigt ist. Man ist
fremd in der eigenen Haut, - wundert sich vielleicht über das eigene
Spiegelbild. Phantasie und Wirklichkeit sind nicht mehr
zu unterscheiden.
Was früher "wahr" war, ist jetzt "vielleicht" - oder
auch nicht. Alle Regeln außer Kraft! Worauf kann man sich verlassen,
wenn man nicht mal der eigenen Wahrnehmung mehr trauen kann? Was gilt
überhaupt noch? Wo bin ich? Wer bin ich? Wie bin ich, und wie war
ich?
Das ganze "Selbst" ist gestört: Selbstwahrnehmung, Selbstvertrauen,
Selbstsicherheit, Selbstbewußtsein, Selbständigkeit, Selbstbeherrschung,
Selbstachtung, . . .
Das verunsichert, macht mißtrauisch und spiegelt sich in der Umwelt:
Unsicherheit verunsichert und macht Angst, der Kontrollverlust befremdet alle,
das Sozialverhalten der Betroffenen wird schwierig, und andere gehen auf Distanz.
Das alles betrifft zwangsläufig auch die Angehörigen.
Es gilt den Zustand der Amnesie als solchen und die Reaktion der Umwelt
wenigstens vorläufig akzeptieren zu lernen, denn die Welt von vorher ist
Vergangenheit, die gibt es nicht mehr (nicht nur für uns).
Es gibt keinen Weg zurück.
Mit dieser Einsicht kann ich gestalten statt ausgeliefert zu sein.
Wir hoffen auf weitere Kontakte - speziell zu kompetenten Behandlern,
Psychologen/innen, Neurologen/innen, Therapeuten/innen weltweit.
Bisher halten wir Kontakt zu: Prof. Dr. Hans J. Markowitsch (Uni
Bielefeld / Fachbereich Physiologische Psychologie) und zur Bielefelder
Gedächtnisambulanz (info@bielefelder-gedaechtnisambulanz.de)
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